TEIL 10: ASCHE ZU ASCHE

fromashestoashes

„Hallo Sid! Wie geht es Dir? Aber ich seh schon; du konntest dich mit meinen Millionen noch nicht so ganz …“, sagte der Mann und fuhr mit seinem rechten Zeigefinger über eine der Bänke. „… aus dem Staub machen“.

Er ging langsam an den Puppen vorbei und stellte sich vor die Hexe, die still lächelte. Sie war furchteinflößender als zuvor.

„Ich weiß, du hättest mich hier in dieser Hölle wahrscheinlich als letztes erwartet, aber das Schicksal spielt ein seltsames Spiel, nicht wahr?“, sagte der Mann.

Durch den vielen Staub konnte ich nicht viel erkennen. Es sah so aus, als wären sie zwei alte Bekannte, die sich gegenüberstanden und schweigend kommunizierten. Dann drehte er sich um und kam durch den Nebel aus Staub langsam auf uns zu. Mir war aufgefallen, dass die Puppen ihn nicht besonders leiden konnten. Viele scharten mit ihren Nägeln, Scheren und Klauen auf den Bänken und auf dem Boden. Sie knurrten leise und fauchten. Es war seltsam, aber ihr Zorn erfüllte den Raum, wie eine spürbare physische Präsenz. Sie wollten diesem Typen am liebsten an die Gurgel springen, so viel war sicher.

„Euer Freund hat es leider nicht geschafft, wie ich hörte. Tut mir leid. Und ihr lebt aus dem einfachen Grund, weil sie nur drei von euch braucht. Wer konnte das ahnen?“, sagte er und blieb vor uns mit einem breiten Grinsen stehen.

Ich konnte es nicht glauben. Es war Sids Chef, Rüdiger. Dieser Arsch. Was hatte er mit all dem zu tun?

„Es ist ein Spiel. Ein Spiel mit und um die Seelen der Menschen. Es gibt Götter und Dämonen, meine Freunde, und für diese sind wir nur Marionetten, Schachfiguren, Puppen. Ich weiß nicht, ob es zwischen all diesem Wirrwarr noch einen Gott gibt. Aber von der naiven Vorstellung, dass der Mensch der König dieser kleinen Welt sei, wurde ich vor langer Zeit auf unangenehme Weise befreit. Meine Freunde, es tut mir leid, aber ihr werdet erst einmal zur Hölle fahren!“, sagte Rüdiger.

Er lächelte. Ein falsches Lächeln, indem sich falsches Mitleid spiegelte. Die Hexe stand währenddessen reglos vor dem Altar, beobachtete uns durch die Finsternis ihrer leeren Augen. Oh Emma, wie kriegen wir dich nur wieder dort raus? Noch immer hatten wir keine Kontrolle über unseren Körper; wir konnten uns nicht bewegen. Selbst das Sprechen fiel schwer.

„Was wollt ihr von uns, Rüdiger – oder Friedrich, oder wer verdammt noch mal du gerade bist? Und was zur Hölle soll das alles hier?“, fragte Sid seinen ehemaligen Chef. Sid hatte eins und eins zusammengezählt. Friedrich, dieser psychopathische Drecksack, dem wir den ganzen Schlamassel zu verdanken hatten, steckte in Rüdigers Körper. So wie, diese Hexe Emmas Körper okkupierte.

„Was ist hier verdammt noch einmal los?!“, schrie er.

„Um Seelen um sich zu scharen, um sein Dasein weiterhin in dieser Welt fortsetzen zu können, ohne wieder zurück in die Hölle beordert zu werden, benötigt es ein wenig Raffinesse – und vor allem Geld, Einfluss, ein Händchen für Logistik und so weiter. Die Ewigkeit will man doch mit so viel Komfort wie nur möglich genießen, nicht wahr?“, sagte Rüdiger und wandte sich wieder von uns ab. Er ging langsam durch den Raum, aber auf vorsichtiger Distanz zu den Puppen.

„Ich verstehe es nicht.“, gab ich laut zu.

Ich wollte wenigstens die ganze Geschichte wissen, wenn ich schon mein Leben für sie hergeben musste.

„Als meine Frau damals langsam aber sicher an der Stichwunde, die ich ihr zugefügt habe, starb, ging sie mit der Zigeunerin, die ihrerseits eine Hexe gewesen ist – wie ihr schon gehört habt – einen Pakt ein … Au!“, schrieb Rüdiger auf; eine der Puppen hatte sich in seiner Wade festgebissen.        Er riss sie los und schleuderte sie gegen die Wand. Eine Reaktion, die er schnell bereute. Die Hexe machte nur eine kurze, schnelle Bewegung mit der Hand und Rüdiger, oder Friedrich, oder wer auch immer, wurde von einer unsichtbaren Gewalt ergriffen und gegen die Wand geschleudert. Die Hexe gab ein widerwärtiges, tierisches Fauchen von sich und alle anderen Puppen stürzten sich scharenweise auf ihn.

„Halt!“, schrie die Hexe. „Lasst ihn. Wir brauchen ihn noch. Habt Geduld, Kinder.“, sagte sie.

Rüdiger stand wieder auf und klopfte vergeblich den Staub von seinem Designeranzug. Aber in diesem Moment merkte ich, dass die Benommenheit für einen kurzen Augenblick nachließ und ich mich wieder frei bewegen konnte. Ich wusste nicht, ob Sid und Jonas auch von ihrem Bann gelöst waren, oder es nicht merkten, aber ich wusste, dass ich vielleicht nur wenige Sekunden haben werde, ehe mich die Hexe wieder kontrollieren wird. Dieses Biest musste sich also konzentrieren, um uns festzuhalten. Sid stand neben mir und sein Rucksack war geöffnet. Meine linke Hand glitt hinein und nahm schnell den einzigen Gegenstand heraus, den ich ergreifen konnte. Vielleicht werde ich ihn gebrauchen können. Mehr konnte ich nicht tun, dann hatte die Hexe wieder die Kontrolle.

„Ihr verdammten kleinen Biester!“, fauchte Rüdiger. Ich konnte in der staubigen Dunkelheit nicht viel erkennen, aber er hatte Schmerzen; und ich einen Moment der Genügsamkeit.

„Wo bin ich stehen geblieben?“, fragte Rüdiger. Er stöhnte und reckte sich und kam wieder auf uns zu.

„Ach ja. Eure Seelen werden Platz machen müssen, denn wir wollen die kleinen wiederhaben. Es wird ein Ritual geben. Ich werde wieder frei sein, nachdem mich meine Frau über hundert Jahre versklavt hat. Sie wird wieder mit ihren Kindern zusammenkommen und alle sind glücklich … na, ja, bis auf … ihr wisst schon.“, sagte er läppisch und verschwand währenddessen kurz hinter der Eingangstür. Ja, bis auf uns. Weil wir dann tot sein werden und gespannt darauf sein können, was uns wohl nach dem Tod erwarten wird; denn offensichtlich ist es nicht das Ende. Trotzdem habe ich keine Lust es herauszufinden. Rüdiger öffnete die Stahltüren und fuhr einen kleinen Karren herein, auf dem sich Benzinkanister, Kerzen und Laken befanden. Das Equipment für das Ritual, nahm ich an.

Ich stand mittlerweile wieder unter der Macht der Hexe und konnte mich nicht bewegen. Wenigstens konnte ich immer noch die Lampe und den kleinen Gegenstand, den ich aus Sids Rucksack gefischt habe, fest in der Hand halten, ohne, dass er mir auf den Boden fiel. Rüder fuhr mit dem Karren an uns und an den Puppen vorbei, hinüber zum Altar, wo seine Exfrau auf ihn wartete. Natürlich, denn die Familie soll ja auch bald wieder vereint sein. Sie grinste. Wenn Sie doch nur mit diesem verdammten Grinsen aufhören würde! Er legte die weißen Laken auf dem staubigen Boden vor dem Altar aus und stellte Kerzen im Halbkreis drum herum auf. Er zündete sie mir einem Zippo an, dass er aus seiner Hosentasche gefischt hatte und kam dann wieder zu uns.

„Nachdem die Hexe damals ihren Zauber gesprochen hatte, wurde Elenore geheilt; ihr Körper wurde geheilt. Diese dunkle Magie gab ihr übermenschliche Kraft. Und dann suchte sie mich auf. Noch in derselben Nacht. Ich konnte nicht glauben, dass sie die Wunde überlebt hatte. Wollte sie einfach noch einmal töten. Ich dachte, ich hätte es beim ersten Mal nicht richtiggemacht. Sie tauchte auf einmal in unserem Schlafzimmer auf. Ich war entschlossen, sie zu erschlagen, stattdessen prügelte mich dieses Miststück halb tot, schrieb dabei wie eine Furie und lachte. Ich wusste, dass es nicht mehr nur Elenore war.“, sagte Rüdiger und verstummte.

Vorsichtig drehte er den Kopf Richtung Elenore. Er hatte Angst vor ihr. Aber sie bewegte sich nicht und grinste nur weiter. Worum auch immer ihre Gedanken gerade kreisten, das Wesen schien sich in diesem Moment mit anderen Dingen zu befassen, denn Rüdiger Worte kümmerten sie nicht im Geringsten. Vorsichtig und diesmal mit mehr Bedacht wandte sich Rüdiger wieder an uns.

„Ich bin in dieser Nacht gestorben, aber die Hexe holte mich zurück. Und ich wurde eingeweiht. Es war nicht mehr nur Elenore in diesem Körper, es war die Seele der Mutter der Zigeunerin. Es war eine Seele in Elenores Körper, die seit Jahrtausenden von Körper zu Körper reist. Ein alter Dämon.“, sagte Rüdiger.

„Bullshit!“, fauchte Sid und versuchte vergeblich gegen den Bann danzukämpfen.

Rüdiger war sichtlich überrascht und ich auch. Denn ich meinerseits brachte unter dem Bann keinen Ton mehr heraus. Aber Rüdiger beachtete ihn nicht mehr.

„Mit dir fangen wir an. Tut mir leid, Junge, aber dann hast du es wenigstens hinter dir.“, sagte Rüdiger, packte Jonas und warf ihn sich über die Schulter. Jonas konnte nur leise wimmern und weinen. Wie Sid und ich, war auch er immer noch gelähmt und stand unter dem Bann der Hexe. Rüder schleppte den armen Jonas hinüber zum Altar. Dort legte ihn Rüdiger auf die Laken. Elenore stand immer noch still vor dem Altar; beobachtete alles; wartete. Dann griff Rüdiger in die Innentasche seines Jacketts und nahm ein kleines Buch heraus. Er durchblätterte es und hatte wohl gefunden, wonach er suchte. Ich hoffte, dass jetzt keine Herzrausreißnummer kommen würde. Irgendetwas mussten wir unternehmen.

„Lass den Scheiß! Du mieser Penner! Lasst den Jungen in Ruhe!“, schrie Sid und wir gaben alles, um uns zu befreien. Vergeblich.

Rüdiger baute sich mit dem kleinen, zerfledderten Buch vor Jonas auf und gab irgendeinen Kauderwelsch von sich. Es war keine Sprache, die mir irgendwie bekannt war. Die Puppen setzten sich in Bewegung und positionierten sich im Halbkreis um den Altar, wie bei einem Abendmahl. Die Atmosphäre in der Kapelle wurde dichter, war aufgeladen mit einer Energie, die alles und jeden elektrisierte. Eine unbeschreibliche Macht entfaltete sich dort. Elenore streckte die Arme von sich und öffnete ihre Augen und ihren Mund unnatürlich weit, wodurch sich die Grimasse noch stärker verzerrte und an Edward Munchs „Schrei“ erinnerte. Die Finsternis drang langsam aus ihr heraus, als wäre Elenore ein Portal. Ein Übergang. Das musste hier also passieren. Sie transferierten ihre alten, verkommenen Seelen in unsere Körper, um weiter zu existieren. Ich konnte mir zu dem Zeitpunkt keinen anderen, sinnvollen Reim auf all das machen. Aber ich merkte, dass Elenores Einfluss auf uns, ihre lähmende Wirkung auf unseren Körper, nachließ, denn ich konnte mich wieder mehr und mehr bewegen. Rüdiger blätterte in seinem Buch und las weitere Abschnitte dieser Beschwörung vor.

„Marc.“, flüsterte Sid. „Ich glaube, ich kann wieder laufen. Was ist mit dir?“

„Ich denke ja.“, sagte ich. „Was ist mit Emma und Jonas?“

„Hier können wir nichts für sie tun. Lass uns verschwinden und uns einen Plan C überlegen.“

Sid hatte recht. So leid es mit tat und so mies ich mich bei dieser Entscheidung fühlte. Aber vielleicht konnten wir die beiden retten, wenn wir erst wissen, was hier vor sich geht. Sterben wir jetzt, oder lassen wir sie von uns Besitz ergreifen, helfen wir ihnen nicht.

Die Finsternis, die aus Elenore heraustrat nahm jetzt mehr und mehr den Altarraum ein und beugte sich über Jonas, der nur weiter wimmerte und mit weit aufgerissenen, Panik durchfluteten Augen seinem Schicksal entgegensah.

„Los.“, flüsterte Sid und lief leise und schnell in Richtung Tür.

Ich folgte ihm. Wir waren fast durch die Tür, aber ich stieß mit meinem linken Fuß gegen einen Metalleimer, den ich in der Dunkelheit übersehen hatte. Natürlich! Sid und ich blieben stehen und sahen vorsichtig zurück zum Altar. Was hatten wir erwartet? Der Lärm blieb nicht unbemerkt und drei Dutzend bösartige, grimmige Puppen sahen uns mit flammenden Augen an. Rüdiger sah zu uns hinüber.

„Holt sie!“, schrie er.

Die Puppen schrien grell auf, ein metallisches Gekrächze, dass mein Trommelfell zerreißen wollte.

„Lauf!“, schrie Sid und rannte los.

„Wo lang? Wir müssen zurück zum Tunnel!“, schrie ich und hörte, wie die Puppen hinter uns her trampelten.

„Diese Tür war nur eine, vielleicht zwei Abzweigungen von der Maschinenhalle entfernt. Wir haben nur diese eine Chance!“, schrie Sid und rannte den Korridor entlang.

Eine Abbiegung weiter und der Korridor erstreckte sich leider weiter in die Dunkelheit. Nur unsere Taschenlampen leuchteten den Weg in der Dunkelheit. Die Puppen waren schnell. Sie kamen näher und ihren Schreien nach zu urteilen, waren sie stink sauer. Noch eine Abbiegung. Es war die Maschinenhalle!

„Weiter! Dort vorne muss die Luke sein!“, schrie Sid.

„Scheiße! Du hast doch Steine draufgelegt.“, sagte ich. „Sieh zu, dass du sie frei bekommst. Ich lenke diese Viecher ab!“

Sid machte sich daran, den Steinhaufen von der Luke zu entfernen.

„Hey ihr kleinen schwanzlosen Arschkriecher! Kommt her und ich zeig euch was ich mit Puppen gemacht habe, als ich klein war!“, sagte ich – gespielt habe ich mit Puppen. Verdammt, ich wusste nicht was ich sagen sollte.

Ich leuchtete wie wild mit der Taschenlampe umher und lief auf die andere Seite der Halle. Ich hörte, wie die Puppen durch den Eingang trappelten. Auf der anderen Seite der Halle fand ich verschiedene Armaturen; rostig und staubig. Auch einen Sicherungskasten. Unwahrscheinlich, aber ich probierte es trotzdem. Und tatsächlich. Es gab Strom und die Sicherungen sprangen nicht wieder heraus. Ein paar Lampen knallten durch, andere blieben sogar an und tauchten die Halle in ein dunkles, orangenes Licht. Ich lief hastig weiter.

„Hey, ihr miesen kleinen Scheißviecher! Hier bin ich!“, schrie ich und war mir sicher, dass mein Ablenkungsmanöver funktionierte. Sie kamen auf mich zu. Ich rannte weiter und hatte einen Bogen geschlagen, so dass ich fasst wieder an der Eingangstür war. Aber die Puppen waren gewiefter, las ich dachte. Auch sie hatten sich aufgeteilt. Jedenfalls standen einige dieser kleinen Höllenpinocchios vor mir und hielten ihr übliches Equipment aus Messern, Nägeln und Scheren für mich parat. Gerade wollte ich wieder zurück, als ich neben mir eine Reihe von verschlossenen Kanistern stehen sah. Benzin für die Motoren der Maschinen. Vielleicht war noch genug drin. Denn was ich im Altarraum aus Sids Rucksack fischen konnte, war der Bunsenbrenner, den ich immer noch in der Hand hielt.

Die Puppen trippelten mit ihrem fiesen Grinsen und ihren energischen kleinen Schritten auf mich zu. Ich stürzte mich auf einen der Kanister, merkte gleich, dass er noch zur Hälfte gefüllt war, schraubte ihn schnell auf und leerte ihn im hohen Bogen über den kleinen. Sie mochten es nicht und schrien auf. Ein Anflug von purer Schadenfreude überkam mich.

„Braucht ihr vielleicht Feuer?!“, sagte ich, stellte den Bunsenbrenner an und entzündete die Benzinspur, die zu den kleinen, miesen Chuckies führte. Ich lächelte und winkte ihnen zum Abschied. Die Puppen schrien und quiekten und lösten sich mit bestürzter Miene vor meinen Augen in ihre Bestandteile auf. Herrlich. Das sollte genug Aufmerksamkeit erregt haben, um auch die übrigen Puppen von Sid weg zu locken. Aber jetzt sollte ich schleunigst von dort weg, denn es blieben immer noch genug übrig, um mit mir schlimme Sachen anzustellen. Ich steckte den Brenner an meinen Gürtel und nahm noch einen Kanister mit. Dieser war sogar noch voller. Sie erwiesen sich als durchaus praktisches Dämonenpuppenvernichtungsmittel.

Während die übrigen Puppen zu ihren schmorenden Kameraden liefen, rannte ich zurück zu Sid. Er hatte fast sämtliche Steine wieder von der Luke entfernt. Ich half ihm beim Rest. Und dort war unser Ausgang. Die Luke. Sid klappte sie hoch. Er stieg hindurch. Ich setzte meinen Fuß hinein und warf noch einen Blick zurück. Da sah ich sie. Die Hexe. Hinter ihr stand Rüdiger. Neben ihr brannten ihre Kinder. Sie schrie. Der Schrei trug diese Macht in sich. Er ließ das ganze Gebäude erzittern. Die wenigen Fenster, die noch in Stand waren, zersprangen in kleine Scherben und vielen von den Wänden. Die Halle musste jeden Moment einstürzen. Durch alle Furchen und Ritzen drang Staub. Die Hexe schrie unentwegt weiter, hob ihre Hand und deutete ihren Kleinen uns zu fassen. Auch Rüdiger stürmte in unsere Richtung. Er war voller Blut. Dieser Mistkerl! Jonas, es tut mir leid! Emma!

„Marc! Beweg Deinen Arsch da raus!“, schrie Sid aus dem Tunnel zu mir hinauf.

Ich stieg durch die Luke, als mein Blick auf drei rostige Leitungen fiel. Gas. Ich verließ die Luke wieder.

„Marc!“, schrie Sid.

Die Puppen und Rüdiger waren nicht mehr weit weg. Sie wurden aufgehalten. Ein Teil des Dachs stürzte ein, begrub sie leider nicht, aber es verschaffte mir ein paar Sekunden. Ich nahm einen Betonklotz und schlug ihn gegen die rostigen Leitungen. Sofort hatte ich ein Loch hineingeschlagen. Und der Gaszähler neben dem Verteilerkasten ratterte los. Ich schnappte mir den Benzinkanister und während ich die Luke hinab stieg hinterließ ich eine breite Benzinspur.

Sid sah aus, als hätte er mich am liebsten gleich selbst erwürgt, sah dann aber, was ich vorhatte.

„Na dann los!“, sagte er und wir rannten den engen Schacht entlang. Ich zog die Benzinspur hinter mir her. Ich hörte das Fauchen und Schreien der Puppen. Sie hatten die Luke erreicht. Ich zündete den Brenner an und warf ihn auf die Benzinspur. Sid und ich rannten so schnell wir konnten. Die Puppen schrien ein letztes Mal auf. Rüdiger schrie. Dann eine Explosion. Der Schacht bebte. Ich stürzte gegen eines der vielen Rohre im Schacht und tauchte in die Dunkelheit.

 

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