AUTOR

Patrick Lehmhaus-1

Ich bin Patrick. Mit diesem Story Blog will ich der Community der vielen Hobby Schreiberinnen und Schreiber folgen, die dort draußen im endlosen Raum digitaler Weiten durch ihre Ideen neue Welten und ganze Universen entstehen lassen. 

Meine erste Geschichte schrieb ich mit elf und sie hieß „The Last Mission“. Es waren ganze fünfzehn Seiten, vollgepackt mit Action, Spannung und Abenteuer. Der Held bekam zum Schluss das Mädchen, der Bösewicht ist in einem fulminanten Inferno buchstäblich explodiert. Klassisch. Ich gebe zu, das meiste hatte ich aus verschiedenen Blockbustern des Hollywoodkinos und wunderbarer Trash-Literatur zusammengeschustert, aber so funktioniert Kreativität. Du zerlegst etwas Altes und zimmerst daraus etwas Neues. Oder wie man es mit „Trash“ macht: Du recyclst ihn, nachdem du ihn allerdings erstmal produzieren musst.   

Es folgten immer mal wieder kleinere Geschichten, die ich aber nie zu Ende brachte, nie ausfeilte und viele Ideen verliefen leider im Sand und wurden mit der nächsten Flut zurück ins Meer der nicht vollendeten Schöpfungen gespült.  

Bis mich eines Tages ein guter Freund zu einer Lesung einer eigenen Geschichte in seinem kleinen „Brettspielfreizeitzentrum“ für Kinder und Jugendliche überredete. Zuerst kaute ich noch auf dem zähen Gedanken herum, aber mein Freund machte es mir dann doch noch schmackhaft. Aber: Meine Deadline war in einer Woche und ich hatte noch nie wirklich etwas geschrieben. Also fing ich an, mich nach Feierabend an meinen eingestaubten Tisch zu setzen und wie wild an DOC herumzubasteln (damals hieß die Story noch: David gegen den Rest des Universums), bis ich etwas halbwegs Brauchbares für die ersten Kapitel in den Händen hielt. Es sollte Short Story für Teenager werden, basierend auf einer Idee, die mir zu der Zeit im Kopf herumspukte. Eine was-wäre-wenn Geschichte mit fantastischen und übernatürlichen Elementen. 

Zum ersten Mal saß ich also an einer Geschichte, mit der ich mich intensiv auseinander setzte und in die ich tief abtauchte. Und es war ein irrer Spaß! Bis dato hatte ich nie wirklich geschrieben, keine Schreibkurse belegt oder Bücher über das Schreiben gelesen. Ich las schon immer viel und gern. Hatte auch bereits die ein oder andere mehr oder weniger erfolgreiche Seminararbeit für mein Englisch und Geschichtsstudium geschrieben. Aber Geschichtenschreiben blieb (bis auf meinen Hit „The Last Mission“) für mich etwas Neues (nur einmal wurde ich zu einer Lesung eines alten Germanistikprofessors mitgeschleift, der irgendwelche seltsamen Laute von sich gab, während er Klavier spielt und zwischendurch laut aus der Zeitung vorlas. Viele applaudierten. Ich verstand es nicht und habe mich unauffällig wieder verkrümelt. Vielleicht hatte mich dieses Erlebnis aus der Welt der High Literature erstmal verbannt.)

Aber jetzt wartete ein Publikum darauf, unterhalten zu werden. Und ich wollte den Kindern jedenfalls keine Schnalzlaute entgegen spucken und alte Nachrichten durch den Raum brüllen. Nein, ich wollte einfach eine spannende Geschichte erzählen, mit dem wenigen Know-How, dass man als Laie zu bieten hatte und niemanden in den Schlaf wiegen. Es funktionierte nicht so ganz.  

Es war fürchterlich. Fünf Leute waren da. Darunter meine elf jährige Nicht, ihre Freundin und ein Mitarbeiter des Spieleschuppens, der nach den ersten Minuten in ein tiefes Koma fiel und unglaublich laut vor sich hin schnarchte. Den Mädels halte ich zu Gute, dass sie eine volle Stunde ruhig waren und mir mit ihren großen, weit aufgerissenen Augen zuhörten – wahrscheinlich hatte ich nur etwas Grünes zwischen den Zähnen oder es hatte ihnen tatsächlich gefallen. Es war fürchterlich, aber es war auch fantastisch.

Zum ersten Mal hatte ich mich so unglaublich angespannt und aufgeregt vor Worte gekauert und konnte plötzlich eintauchen in diese kleine Welt, die ich mir erschaffen hatte und die immer größer, detaillierter und wirklicher wurde, je tiefer in ihr hinabtauchte. Irgendwann konnte ich Docs Fell streicheln, den Sommer im amerikanischen Vorort riechen und die Kinder lachen hören. Und das alles mitten in der kalten Winternacht aus meinem stillen Kämmerchen heraus.

Auch jetzt wünschte ich mir zwar, dass ich schon vor zwanzig Jahren mit dem Schreiben angefangen hätte, aber hey, ich habe halt andere Sachen gemacht, die ich keinesfalls bereue… na ja, manche schon. Aber das hier ist großartig. Von dem Moment an hatte es mich gepackt. Doch ich brauchte etwas, das mich weiterhin zum Schreiben antrieb, irgendetwas, damit ich im Flow bleiben konnte. Und da kam mir die Idee zu diesem Blog.

The Laughing Jester.

Ich brauchte ein Gerüst für die Ideen, eine kleine Community von Gleichgesinnten, mit denen ich sie teilen konnte und eine Plattform, die dieser Welt hier oben in meinem Schädel, in dieser grauen, darmartigen Masse, Gestalt und Form gab. Es fehlte nur noch ein Name, der Kitt, der dieses ganze Bauwerk zusammenhält und durchdringt. Und da betrat der Narr die Bühne: Jester. Er tauchte eines späten abends nach dem zweiten Glas Wein wie aus dem Nichts auf und ist seitdem mein nörglerischer Kritiker, mein feuerspeiender Redakteur, der mir unhaltbare Deadlines setzt und mir die Peitsche gibt. Er ist aber auch ein inspirierender Ideengeber und hält mich mit seinem schiefen, ironischen Grinsen stets auf kritischer Distanz zu den Geschichten.

Und jetzt wünsche ich dir mindestens ebenso viel Spaß beim Lesen, wie ich es beim Schreiben habe. Auf in Jesters Welt, sein Pandämonium aus Thrill, Sci-Fi, Fantasy, Suspense und Horror. Ich jedenfalls bin sehr gespannt, was für Geschichten dort auf uns lauern… und welcher Trash von ihm produziert und verwertet wird! 

Cheers,

Patrick