Über Jester

 

Hi, ich bin Patrick.

Ich schreibe für den alten, durchgeknallten Jester, der dich in sein Pandemonium aus Thrill, Sci-Fi, Fantasy und Horror herzlich einlädt. Deswegen erzählt er mir seine Stories. Ich schreibe sie für dich auf, hier in diesem Blog, Kapitel für Kapitel.

Wer Jester ist? Ich weiß es selbst bis heute nicht. Er tauchte plötzlich auf. Jester stand eines Abends vor meiner Tür, drängelte sich mit zwei Sixpacks Dosenbier an mir vorbei, fläzte sich auf mein Sofa, warf mir eine Dose zu und grinste mich verschlagen an.

„Du bist also Patrick?“ Meine Augen wollten nicht so recht glauben, was sie dort sahen und ich wusste nicht, ob ich nicht besser schreiend wegrennen sollte.

Vor mir saß ein Mann, der geschminkt war wie ein Pantomime. Seine Kleider erinnerten mich sofort an einen Schausteller eines Mittelaltermarkts. Vielleicht kam er auch gerade von einem Life-Rollenspiel. Aber sein Kostüm, dass zweifelsfrei einen Narren darstellte, war unglaublich authentisch. Der Mann war ein Original. Kannte ich ihn wohl?

Irgendetwas umgab diesen Narren. Eine Aura aus stolzer Erhabenheit, lächerlicher Imposanz und eine Art von spürbarer Zeitlichkeit, die mich auf Anhieb in ihren Bann zog. Er schien Geschichte zu atmen, während er so dort saß und gleichzeitig nicht wirklich im Hier und Jetzt zu sein schien.

„Ich habe gehört, dass du ganz gerne mal etwas schreibst. Ich hätte da einen kleinen Job für dich.“

Er öffnete eine Dose, es zischte und Schaum schwappte über den Rand, den er schnell ungeschickt abschleckte.

„Entschuldige, aber kennen wir uns?“, fragte ich ihn dann endlich. Er lächelte mir verschlagen zu.

„Mein alter Schreiberling hat sich leider zur Ruhe gesetzt und jetzt bin ich auf der Suche nach wem Neuen. Man munkelt, du wärst vielleicht der Richtige.“

Ich starrte ihn weiter offenen Mundes an und fragte mich, wie schnell ich wohl die Wohnung verlassen könnte, um mich vor diesem Irren in Sicherheit zu bringen. Ich ließ es dennoch drauf ankommen. Der Clown hatte meine Neugier geweckt und ich wollte ihm eine Chance geben. Also schloss ich die Wohnungstür und setzte mich in meinen Sessel.

„Wer bist du?“, fragte ich.

„Jester. Nenn mich einfach Jester. Ich bin… sagen wir… in der Unterhaltungsbranche tätig und leite ein Pro Bono Unternehmen, dass sich seit Generationen fortsetzt. Das Ziel ist, Türen zu öffnen, Wände einzureißen und die Menschen hinaus in eine ihnen unbekannte Welt zu geleiten, in eine neue Wirklichkeit, jenseits ihrer Vorstellungen!“

Jester war dabei aufgestanden und hatte seine Worte mit wilden Gesten gekonnt untermalt. Dabei wurde er mir noch unheimlicher. Aber auf eine sympathische Art unheimlich. Dennoch rannte ich nicht weg, sondern öffnete meine Dose, nippte an an ihr und hörte ihm zu. Er erzählte mir seine erste Geschichte über zwei Freunde, einen missglückten Banküberfall und Höllenpuppen – an dieser Stelle will ich aber nicht schon zu viel verraten.

„Ich will, dass meine Geschichten weiter erzählt werden! Und da brauche ich deine Hilfe. Ich werde viel unterwegs sein, um Stoff für die Geschichten zu bekommen. Deine Aufgabe wird es sein, die Geschichten, die ich dir mitbringe den Leuten zu erzählen. Was hältst du davon?“

„Wo hast du die Geschichten denn überhaupt her? Und du hast mir immer noch nicht gesagt, wer du eigentlich bist.“, wandte ich ein.

„Beides muss leider erst einmal geheim bleiben. Das verstehst du doch sicher – Berufsgeheimnis, Schutz der Identität meiner Quellen, et cetera.“

„Ich bin kein besonders guter Texter.“

„Das kommt mit der Zeit.“ Und  wieder lächelte er verschwörerisch.

Ich ließ es drauf ankommen. Was hatte ich zu verlieren? Es könnte doch interessant werden. Am Ende besiegelten wir unseren Vertrag mit einer weiteren Dose Bier. Seitdem besucht Jester mich einmal in der Woche und geht mit mir Stück für Stück die Geschichten durch, Kapitel für Kapitel. Dann veröffentliche ich sie hier im Blog für dich. Du bist sein Leser, sein geliebtes Publikum. Dich will er erreichen, unterhalten, entführen in eine andere Welt.

Woher Jester seine Geschichten hat? Das weiß ich nicht. Wer Jester ist? Das weiß ich noch viel weniger. Er kommt zu mir, erzählt mir seine Geschichten und ich schreibe sie für dich auf. Dann verschwindet er wieder und hofft, dass du seinen Geschichten folgen wirst.